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Schwarzkümmelöl

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Schwarzkümmelöl

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Schwarzkümmelöl

Der im Gegensatz zu den zu den Doldenblütlern gehörenden Pflanzenarten Kreuzkümmel und Kümmel zur Familie der Hahnenfußgewächse zählende Schwarzkümmel (Nigella sativa) ist eine recht auffallende, krautige Pflanze. Die einjährige Pflanze wird maximal einen halben Meter hoch. Sie wird durch Blütenstände mit fünf weiß-bläulichen Blättern charakterisiert.
Die kleinen Samen sind hart, dreikantig und schwarz. Es sind diese Samen, die den Schwarzkümmel für den menschlichen Gebrauch so interessant gemacht haben. Schon früh fanden die ganzen oder gemahlenen Samen als Gewürz in der Küche Verwendung. Aber auch zur Behandlung von Krankheiten oder Linderung von Beschwerden wurde und wird Schwarzkümmel geschätzt.

Aus seiner ostmediterranen Ursprungsheimat (Anatolien) fand Schwarzkümmel mit der Zeit eine weite Ausbreitung über den Mittleren Osten bis in den indischen und chinesischen Kulturraum hinein sowie nach Nordafrika.

Zu Öl kaltgepresste Schwarzkümmelsamen sind als Heilmittel möglicherweise bereits in vorgeschichtlichen Zeiten verwendet worden. Erste belegbare Zeugnisse von Schwarzkümmel-Verwendung stammen aus dem ägyptischen Altertum. Als der britische Archäologe Howard Carter 1922 nach seinem berühmten Nekropolen-Fund des über dreitausend Jahre alten Grabes von Pharao Tut-ench-Amun die zahlreichen Grabbeilagen untersuchte, fand sich auch ein Behältnis mit (eingetrockneten) Schwarzkümmelöl. Dem Öl scheint eine so herausragende Wirkung zugeschrieben worden zu sein, dass es nach der damaligen Jenseitsvorstellung auch geeignet schien, Leiden in der Welt der Toten heilen zu können. In der islamischen Welt genießt Schwarzkümmel ein nahezu mythisches
Ansehen, wird doch dem Prophet Mohammed der Ausspruch zugeschrieben, Schwarzkümmel heile – ausgenommen den Tod – alle Krankheiten.

Tatsächlich wurde Schwarzkümmelöl im orientalischen Altertum und Mittelalter von den Heilkundigen und in der Volksmedizin geradezu Allrounder-Qualitäten zuerkannt. So galt Schwarzkümmelöl als probates Mittel zur Behandlung von Stichverletzungen, wurde bei Verdauungsbeschwerden und Entzündungen eingesetzt und war als Schmerzmittel üblich. Aber auch für die Hautpflege wurde Schwarzkümmel in Ölform sehr geschätzt.

In den 1950er Jahren haben in Ägypten moderne Mediziner begonnen, an Schwarzkümmel-Wirkstoffe zu erforschen. In ägyptischen Oasen findet der Schwarzkümmel nach Ansicht von Experten die besten klimatischen Bedingungen findet und kann deshalb dort die beste Qualität (Al-Baraka-Güteklasse )entwickeln kann. Die ägyptischen Forscehr kamen unter anderem zu dem, in der Fachwelt nicht unumstrittenen, Ergebnis, dass Schwarzkümmelöl die Eigenschaft haben könnte, Bronchial-Beschwerden zu lindern und allgemein das Immun-System zu stärken.
Im Schwarzkümmel haben Forscher Konzentrationen von ätherischen Ölen (u.a. Thymochinon) im Bereich von 1 bis 1,5 % festgestellt. Den ätherischen Ölen werden allgemein bei der Bekämpfung von Infektionen wichtige antioxidative wie desinfizierenden Wirkungen zugeordnet. Im Schwarzkümmelöl sind daneben unter anderem auch Linolsäure, ungesättigte Fettsäuren und Gerbstoffe enthalten. Das ebenfalls in Schwarzkümmelöl nachgewiesene Melanthin, ein Saponin, soll sekretlösend wirken.

In der Naturheilkunde hat Schwarzkümmelöl in den letzten Jahrzehnten auch nördlich der Alpen zahlreiche Anhänger gefunden. Schwarzkümmelöl-Anhänger erhoffen sich durch die Anwendung unter anderem Erfolge bei der Bekämpfung von Allergien und Schuppenflechte, von Bluthochdruck und Asthma sowie bei Magen- und Leber-Leiden. Auch sollen durch Schwarzkümmelöl Nebenwirkungen von Chemotherapien abgemildert werden können. In der Tiermedizin wird Schwarzkümmelöl insbesondere bei bestimmten Pferdekrankheiten angewendet.

Über die erfolgreiche Behandlung eines bekannten, unter lebensbedrohendem Asthma leidenden berühmten Dressurpferdes durch den Münchener Immunologen Peter Schleicher wurde Schwarzkümmelöl Ende des 20.Jahrhunderts auch in Deutschland einer breiteren Öffentlichkeit zum Begriff. Dr. Schleicher untersuchte bei seinen Forschungen mehr als 500 Patienten, die an Asthmas, Allergien oder Heuschnupfen litten. Nach Einnahme von Schwarzkümmelöl trat bei mehr als zwei Drittel der Probanden eine deutliche Abschwächung der Beschwerden mit der damit einhergehende Verbesserung der Lebensqualität ein.
Zur Popularisierung des heilwirksamen Öls trug auch eine 1996 in der deutschen Presse kursierende Meldung bei, nach der der ehemalige CSU-Spitzenpolitiker Friedrich Zimmermann durch Schwarzkümmelöl von schweren Asthma-Beschwerden geheilt worden sein sollte.

Schwarzkümmelöl gilt allgemein als unbedenkliches Nahrungsergänzungsmittel, soweit es sich um qualitativ hochwertige Produkte handelt. Die offensichtlich einzige bekannte Nebenwirkung von einer gewissen Bedeutung stellt gelegentliches Aufstoßen dar. Allerdings sollten Schwangere auf die Einnaheme von Schwarzkümmelöl verzichten, um nicht das Auslösen vorzeitiger Geburtswehen zu riskieren.

Es wird empfohlen, reines Schwarzkümmelöl über einen längeren Zeitraum (mindestens ein Vierteljahr) zweimal täglich oral zu sich zu nehmen. Die übliche Tagesdosierung liegt bei zweimal 1 ml Schwarzkümmelöl. In Einzelfällen sollen auch Tagesdosierungen von 20 ml und mehr angebracht sein. Schwarzkümmelöl wird im Handel in Tropfenform und in Kapseln angeboten.

Bei der Behandlung von Hautproblemen kommt das Öl auch als aufzutragendes Einreibemittel zum Einsatz. Gerade bei Neurodermitis gelten Salben mit Schwarzkümmelöl als förderlich Mittel, die Entzündungen und Wundstellen auf der betroffenen Haut besser abheilen zu lassen, schon lange nicht mehr als Geheimtipp.

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