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Schröpfen

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Schröpfen

Schröpfen als Naturmedizin

Teddy ist krank

Beim Schröpfen werden mittels eines eigens für dieses Verfahren konstruierten Glases die vitalen Funktionen an den betroffenen Hautpartien angeregt. Als medizinische Heilmethode erfreute sich die Anwendung in der gesamten Geschichte der Menschheit einer großen Beliebtheit. Heute ist sie hingegen vor allem der Heilpraktik zuzuordnen.Geschichte
Die Vorgehensweise den menschlichen Körper vom Krankhaften mittels künstlich angelegter Öffnungen zu befreien, gibt es seit Menschengedenken. Die Ritualen wurden in der Vergangenheit in nahezu allen Kulturkreisen häufig praktiziert. Anfänglich ritzten die Menschen mit Steinmessern betroffene Stellen an, um Entzündungen zu lindern. Das austretende Blut wurde erst mit dem Mund und dann mit Kuhhörnern ausgesaugt. Später beanspruchte dann die Chirurgie diese Praktik für sich, indem dem sie zur Heilung am Rücken eine bestimmte Menge Blut entnahm. Erste belegte Quellen gehen ungefähr auf das Jahr 3300 v. Chr. zurück in denen das Siegel der griechischen Ärzte den Schröpfkopf abbildete. Diese Darstellung belegt die damalige Bedeutung der Methode. Bis ins 19. Jahrhundert verwendeten die berühmtesten deutschen Ärzte die angesehene Therapieform zur Unterstützung der Heilung bei Krankheit des Auges, der Lunge und des Herzens sowie rheumatischen Leiden. Erst ab dem 20. Jahrhundert wandte sich die wissenschaftliche Medizin zunehmend ab und das Verfahren obliegt nun der Heilpraktik. Unabhängig von der europäischen Entwicklung praktizieren die Schamanen indigener Völker das kulturelle Schröpfen bis in die Gegenwart, um von bösen Geistern zu befreien.

Verfahren

Als traditionelle Therapieform wird das Schröpfen der Alternativmedizin zugeordnet und gilt als ein sogenanntes ausleitendes Verfahren. Im Wesentlichen beschränkt sich die Methode darauf, einem begrenzten Hautareal dem Unterdruck auszusetzen. Hierzu werden die Gläser direkt auf die Haut gesetzt. Um den gewünschten Effekt zu erzielen, ist in der Regel die Erhitzung der Luft in den Schröpfkugeln notwendig. Hierzu zündet der Professionelle ein Stück Baumwolle oder einen in Alkohol getauchten Wattebausch an. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit den Unterdruck mittels einer Absaugvorrichtung am Schröpfglas zu erzeugen. Der Tastbefund dient dazu, die richtige Stelle ausfindig zu machen. In der Regel wird im Bereich muskulärer Verhärtungen geschröpft. Hierbei obliegt das Verfahren einer direkten Zuordnung zu den belasteten inneren Organen. Durch die Anwendung entsteht an der belasteten Stelle ein Hämatom. Hinsichtlich der Wirkungsweise ist zwischen blutigem und trockenem Schröpfen zu unterscheiden. Um eine Entschlackung zu bewirken, werden die betroffenen Hautpartien mit einer Lanzette angeritzt. Das sogenannte Bluten lassen entsteht auch hier durch den Unterdruck. Bei der entgegengesetzten Verfahrensweise bleiben die Hautpartien hingegen unversehrt. Seit der Jahrtausendwende wird der Ersatz des Schröpfglases durch eine Applikation aus Silikon zunehmend populärer. Auch hier wird mittels einer Vakuumpumpe ein Unterdruck erzeugt. Das neue Hilfsmittel erinnert dabei nur noch mit viel Kreativität an eine Glocke und entspricht eher einer Matte, die über mehrere Saugnäpfe verfügt. Zusätzlich kann eine elektromechanische Unterstützung die Wirkung noch verstärken. Die Körperkraft des Menschen ist zur Erhöhung oder Verringerung des Saugens nun nicht mehr notwendig.

Wann ist das Verfahren nicht zu empfehlen?
Von der trockenen Methode ist bis zum vierten Monat der Schwangerschaft dringend abzuraten. Zudem sollten die Schröpfgläser niemals über Tumoren, Tuberkulose, Brandwunden sowie frischen Verletzungen angesetzt werden. Das Anritzen der Hautpartien darf hingegen auf keinen Fall bei Blutarmut, Menstruation, Blutgerinnungsstörungen und Herzrhythmusstörungen praktiziert werden.

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